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HTPC - Passivgehäuse im Selbstbau

Erstellt von KHO1971, 16.09.2009, 17:15 Uhr · 38 Antworten · 11.843 Aufrufe

  1. #1
    Benutzerbild von KHO1971

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    HTPC - Passivgehäuse im Selbstbau

    Hi!

    Ich bin ein Neuling hier, aber beschäftige mich schon länger mit passiven PC-Projekten. Klar, dass ich auch auf den PC von ak323 gestoßen bin, den von Michael Dieckmann etc. Auch fasziniert bin ich von HFX und HUSH.
    Eins aber haben alle diese käuflichen Dinger gemeinsam: Sie sind sehr sehr teuer. Wenn man bei HFX Gehäuse, Cooler und Netzteil addiert, ist man schnell bei 700 EUR.
    Das ist verdammt viel.
    Ich habe mich also dazu entschieden, selbst ein Projekt zu starten, das ich hier auch dokumentieren will.

    Hier mal ein paar Bilder, wie ich mir die Sache vorstelle. Weil ich keine Lust habe, mich in Google Sketch-Up einzuarbeiten oder in ein CAD-Programm zu kaufen, entstehen meine Skizzen in PowerPoint oder Excel:

    Von oben:

    Von vorne:


    Evtl. kommen vorne noch ein paar Schlitze für Kartenleser dazu.

    Die Außenmaße sind:
    B 430mm
    H 100mm (ohne Füße)
    T 400mm


    Die Hardwareseite halte ich für eher nebensächlich, trotzdem hier meine augenblickliche Zielkonfiguration:
    - CPU: Intel E5300 2 x 2.5 GHz
    - RAM: 4GB Corsair
    - MB: Mikro-ATX mit onboard Grafik, SPDIF out, offen
    - HDD: Samsung F1 1TB
    - BD-Player: SONY BC-5600S Slimline Slot-In
    - Grafikkarte: GF9500GT low profile
    - TV-Karte: DVB-C, offen
    - Einschalter: Vandalsimustaster beleuchtet von Conrad

    Als Netzteil werde ich ein altes LC-Power mit 350W verwenden, welches ich schon "downgestrippt" habe. Die Kühlung wird über Aluwinkel von der linken Kühlrippe übernommen. Ein Lüfter entfällt.
    Ebenso wird die Wärme der Grafikkarte über Aluwinkel mit mind. 5mm Dicke an die linke Seitenwand abgegeben.
    Die CPU-Wärme wird über einen Alublock abgeführt mit 10mm Dicke. L-förmiges Profil, 40mm breit, 10mm dick. 1.50 EUR bei ebay.

    Kostenvoranschläge für das Gehäuse (Front, Deckel, Boden inkl. Kantung 90°) liegt mir vor, ca. 140 EUR. Die seitlichen Kühlkörper schlagen mit ca. 80 EUR zu Buche.
    Festplatte werde ich entkoppeln, dazu wird eine Aluplatte genutzt, die mit Schaumstoff vom Gehäuse getrennt wird. Fixiert wird das Ganze mit Gummiringen ... einfach, aber effzient.
    Ähnliches für das BD-Laufwerk. Aluwinkel auf Schaumstoff bzw. Moosgummi gelagert und sauber vor dem Schlitz in Position gebracht.

    Die Seitenteile werden mit dem Boden verschraubt, den Rest soll eine Aluwinkelkonstruktion in Form halten.

    Joa, das erst einmal als erster Aufschlag.

    Ich freue mich auf Eure Anregungen und Kommentare.

    Im wesentlichen interessieren mich Eure Erfahrungen im Bereich Wärmeabführung.
    - Reicht das dicke Alu, um die 65W des DualCore abzuführen? Dass die Kühlrippe groß genug ist (400x40x100mm) ist ziemlich sicher.
    - Muss das Aluminium hochglanzpoliert sein, wo es auf dem Prozessor liegt? Wenn ja, wie mache ich das am besten?
    - Welche Wärmeleitpaste ist die beste? Bzw. die günstigste bei guter Leistung?


    VG
    Karsten

  2.  
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  3. #2
    Benutzerbild von enzym

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    Hallo Karsten,

    interessantes Projekt, bin schon auf die ersten Bilder gespannt. Zu Deinen Fragen:

    1) unproblematisch. Habe bei mir einen E2180 mittels 3mm L-Winkel kühlen können (wenn auch bei ca. 70°C unter Vollast). Die bessere Alternative hier sind m. E. nach Heatpipes, aber wie gesagt, Dein Winkel tut es auch.

    2) Nein, muss es nicht

    3)Ich empfehle jedem gerne (und benutze diese auch selbst) billige Wärmeleitpaste von Reichelt.

  4. #3
    Benutzerbild von Fuchks

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    Bedenke, dass es kaum TV-Karten gibt, die LP sind, bei DVB-C ist mir keine bekannt!
    Und als USB kenne ich auch keine Variante für Kabel. Bedenke auch, dass du keine privaten Sender empfangen kannst, da verschlüsselt und Kabel Deutschland nicht will, dass man unauthorisierte Empfänger verwendet. Es geht mit ein paar Tricks, die Frage ist nur wie lange - hab ich vor einiger Zeit mal was dazu hier im Forum veröffentlicht.

    Im Bereich passive Kühlung habe ich mittlerweile lange Erfahrung, falls du mein System noch nicht kennen solltest: mein HTPC

    Deine KKs dürften extrem knapp werden von der Leistungsfähigkeit. Unter bestimmten Voraussetzungen sollte es langen: freie Konvektion, bedeutet auf und neben dem Gehäuse muss vieeel Platz sein (>0,5m) und drunter darf auf keinen Fall eine Wärmequelle sein. Die Raumtemperatur darf im Sommer nicht über 25°C steigen und ein Dauerbetrieb, insbesondere mit viel CPU-Auslastung sollte vermieden werden.

    Meine KKs sind 150 hoch und ich habe im Sommer schon sehr hohe CPU-Temps, das ist aber nicht das große Problem. Mein System zieht primär etwa 100W bei Vollast und etwa 85W im Idle. Dein System wird unter Vollast bei etwa 150W landen und im Idle schätzungweise bei 90W.

    Viel kritischer ist übrigens die HDD, die sollte nicht über 45°C kommen, was bei mir im Sommer hart an der Grenze ist, wobei ich meinen HTPC in einem Rack betreibe. Die F1 ist zwar schnell, aber produziert auch ordentlich Wärme, das sollte man nicht unterschätzen. Ich habe auch große KKs an den Platten, aber das hilft nicht allzuviel wenn alle Komponenten fleißig einheizen.

    Dazu kommen noch die Temperaturen der Elkos auf dem Board und vor allem im NT. Auf den Boards gibts ja mittlerweile solid capacitors, die sind nicht so empfindlich. Die Kondensatoren im NT sind zwar für 105°C ausgelegt (wobei es sein kann, dass im LC nur 85°C-Typen verbaut sind). Bei 105° bzw. 85°C haben diese eine erwartete Lebendauer von gerade einmal 1000h! Und die Elkos in NTs sind sehr stark belastet aufgrund der großen Ströme und die erreichen ohne aktive Kühlung schnell die 100°C.

    Beim NT würde ich definitv nicht sparen, die LC sind absolute Billigprodukte mit einem miserablen Wirkungsgrad und vor allem billigen und somit "schlechten" Komponenten. Das wird sicher nicht so lange durchhalten und vor allem unnötig Wärme durch den schlechten Wirkungsgrad produzieren.

    Zum Thema Ankopplung der CPU, mittlerweile sind ja alle schon mit einem Heatspreader ausgestattet, da bringt Hochglanzpolieren nicht so viel, es sollte aber unbedingt eine extrem plane Fläche sein, etwas rauh macht nicht so viel aufgrund der großen Oberfläche des Heatspreaders. Dementsprechend kann man auch zu einfacher WLP greifen, aber das ist Geschmackfrage, wobei die WLP von Amasan (Reichelt) sicher nicht schlecht ist und im Normalfall völlig ausreicht.

    Als Fazit meiner Erfahrungen mit meinem System würde ich heute auf keinen Fall mehr ein passives System bauen, es gibt mittlerweile viele sehr leise und effiziente Netzteile und CPU-Kühler. Bei langsam drehenden Lüftern hat man auch nicht so das große Staubproblem. Und das für wesentlich weniger Geld und mehr Platz hat man durch den eingesparten großen Kühler auch.

  5. #4
    Benutzerbild von KHO1971

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    also erst einmal vielen Dank für Deine überaus ausführliche Beantwortung vieler meiner Fragen zum Thema Wärme.
    Hm .... meine Vorstellungen sind wohl trotz einiger Recherche und dem "Abkupfern" einiger fremder Ideen teilweise naiv.

    Andererseits frage ich mich, wie z.B. die üblichen Verdächtigen (HUSH, HFX) es schaffen, über die KKs ausreichend Wärme abzuführen! Denn: das Problem scheint ja nicht zu sein, die Wärme dorthin zu transportieren, sondern sie von dort wegzubringen!

    Zum NT muss ich sagen, dass das angesprochene ein altes aus meinem langjährigen Athlon 1800XP ist. Es hat also schon ein lange Karriere hinter sich, ohne Beschwerden! Dass es warm werden wird, könnte allerdings gut sein ... da aber der Rechner bei mir ohnehin nicht viel läuft, ist mir der Wirkungsgrad aus ökologischer oder finanzieller Hinsicht heraus eher wurscht.

    Nun ja, für die PCI-Karten gibt es ja zum Glück Riser-Cards, was ich bei der Platzierung des Netzteils innerhalb des Gehäuses in meinem Layout berücksichtigt hatte. Insofern brauche ich keine Low Profile-Version fürs TV-gucken.

    Trotz allem hat sich gezeigt, dass der Preis, den man für ein leises System zahlen muss, ein hoher ist. Vor allem, wenn man es halbwegs optisch ansprechend in die bestehende HiFi-Welt einflechten will.
    Da ich einen (in meinen Augen) wunderschönen Pioneer VSX-908 in champagner mein Eigen nenne, muss der PC schon einiges hermachen! Leider ist mir vor einiger Zeit bei ebay die Auktion eines Dign H5 in champager/gold durch die Lappen gegangen. Sonst wäre dieses Projekt wohl gar nicht geboren worden.

    Insofern: Wer ein Gehäuse im 43er HiFi-Maß in champagner kennt, sage es mir!!
    (Meine Frau wird froh sein, wenn das Thema HTPC endlich zu den Akten gelegt werden kann - egal ob am Ende eine passive oder aktive Version dabei rauskommt.)

    Gruß

  6. #5
    Benutzerbild von CycoJoe

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    Holla, werde demnächst auch endlich mal mit meinem HTPC anfangen. Da ich auch 'nen Pio-Verstärker besitze werde ich den HTPC wohl in meinen alten Pioneer Dv717 bauen, da er einigermaßen zum Rest meiner Komponenten passt. Bei mir gibt es alles nur in Schwarz, aber ich meine, den 717 gab es auch mal in Champagner. Evtl. kann man ja so ein altes Teil irgendwo günstig abgreifen...

  7. #6
    Benutzerbild von Fuchks

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    Ja, genau da liegt der Hase bei Hush und HFX im Pfeffer begraben, insbesondere bei Hush, da deren Systeme deutlich kompakter sind. Unter Vollast werden die extrem heiß, insbesondere die Versionen mit potenten Desktop-CPUs und Grakas. Gabs auch mal einen Artikel in der C't dazu - 10/2007, S. 88.
    Solche Systeme brauchen auf jeden Fall einen gut belüfteten Aufstellort, damit sie einigermaßen kühl laufen.

  8. #7
    Benutzerbild von KHO1971

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    Hallo Fuchks,
    hast Du den Artikel als pdf oder einen Link?

  9. #8
    Benutzerbild von KHO1971

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    Tja, es gibt wohl Neues:
    es scheint, als könnte ich mir ein gebrauchtes HUSH-Gehäuse besorgen, welches ich mir dann mit einem HFX Netzteil (extern, 298W) ausstatten werde. Damit fällt eine interne Wärmequelle schon mal weg.
    Prozessorkühlung weiterhin passiv über die rechte Kühlrippe. Bei der GraKa liebäugel ich mit einer HD4850 passiv oder einer GF9800GT passiv, welche ich, aufgrund fehlender Umluft im Gehäuse, mit einem Notlüfter ausstatten werde - dieser wird dann anspringen, sobald eine kritische Temperatur erreicht ist ... soweit zur Theorie. (Alternativ gäbe es natürlich auch noch die üblichen GraKa-Tuning-Kits von accelero o.ä., die auch mit anderen Grafikkarten zusammenarbeiten - das Notlüfterkonzept würde ich allerdings beibehalten.)

    Lt. HUSH sind die Gehäuse übrigens für bis zu 150W-Wärmeabfuhr geeignet. Was bedeutet, dass sie bei modernen stromfressenden Grafikkarten schnell überfordert werden, da diese allein schon um die 100W saugen können. Da in meiner Konfiguration die Grafikleistung von einer separaten Grafikkarte übernommen werden kann, sollte der Verbrauch der CPU von der passiven Kühlkonstruktion kalt genug gehalten werden können.

    Auf den champagner-farbenen Look werde ich wohl verzichten, das ehemals silberne Gehäuse werde ich leicht umlackieren (lassen): Deckel und neugestaltete Front in weiß Hochglanz, der Rest bleibt silbern.

    Sobald das Gehäuse eingetroffen ist, mach mal ein paar Bilder, aber das wird wohl frühestens nächste Woche.


    Thema Pioneer:
    die Möglichkeit, einen alten Receiver umzubauen, hatte ich mir auch mal überlegt. Aber ich finde, hier befinden sich zu viele unnötige Knöpfe am Gehäuse, welche später einfach nur den simplen Look zerstören. Insbesondere dann, wenn diese nicht hinter einer Klappe (wie beim VSX-90 verschwinden können. Daher hatte ich den Gedanken schnell verworfen. Und: selbst Bastlergeräte sind noch immer recht teuer.

  10. #9
    Benutzerbild von KHO1971

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    So,

    gestern ist mein Gehäuse angekommen.
    Heute abend werde ich mal ein paar Bilder machen und hier einstellen, damit ihr einen Eindruck erhaltet.
    Die Konfiguration hab ich überdacht und dem Gehäuse angepasst:

    Grafik: Sapphire HD4670 passiv (Full Size) per Riser-Card um 90° drehen.
    Mainboard: Gigabyte GA-73PVM-S2H Mikro-ATX
    CPU: Intel E5200 2 x 2.5 GHz (hab ich bei Atelco für 55€ geschossen) - kühl, sparsam und übertakt-freudig, falls die Grundleistung nicht ausreicht
    HDD: 2.5" Hitachi 250GB 7200 U/min
    BD: SONY Slim (ohne Slot-In, weil das Gehäuse bereits Blenden beinhaltet)
    Netzteil: wie gehabt, Eigenbau, evtl. HFX EF28 extern mit 289W, falls es nicht klappt.
    Sicherheitslüfter für die Grafikkarte/NT, temperaturabhängig geregelt.

    Denkt Ihr, dass die Systemleistung für Blu-Ray ausreicht??

    So long.


    P.S.
    sucht jemand ein HUSH-Gehäuse?
    Ich biete eins an:
    gebraucht, schwarz lackiert (=> ältere Serie, die neuen sind eloxiert),
    Maße: Breite ca. 440mm x Tiefe ca. 385mm x Höhe ca. 102mm (inkl. Füße)
    Inkl. Schraubenwerkzeug,
    Anschlussterminal vorne (mit 2 x USB, 1 x Firewire, 2 x Audio, 1 x "rundes Fenster" für internen Infrarot-Empfänger),
    2 x Blende und 1 x interne Aufnahmekonstruktion für Slim-Line DVD oder Blu-Ray (nicht Slot-In!),
    Kabelverlängerung Kaltgerätekabel für INTERNES Netzteil.
    Wärmeabfuhrleistung 150W lt. HUSH.

    Der Zustand ist wie gesagt gebraucht, leichte Kratzer vorhanden, aber m.E. völlig akzeptabel.

    Kostenpunkt: 100€ Festpreis inkl. Versand. (Das hab ich auch bezahlt.)

    Einfach Nachricht an mich.
    Oder weitersagen!

  11. #10
    Benutzerbild von Fuchks

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    Zitat Zitat von KHO1971 Beitrag anzeigen
    Hallo Fuchks,
    hast Du den Artikel als pdf oder einen Link?
    Schau mal bei Heise rein, da kannst du dir jeden Artikel für 'nen Euro saugen.

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