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alROD

"Ein Blick in die Kristallkugel" oder "Was wollen wir mit Sandys Brücke?"

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von am 25.11.2010 um 02:23 (2223 Hits)
Das Jahr geht zu Ende, es gab einige kleinere Highlights für PC Begeisterte. Ein großer Knall der Begeisterung blieb bisher leider aus. Die Hardware wurde, wenn überhaupt, nur ganz wenig günstiger.

Die beiden großen Grafikkartenhersteller haben sich spannende Veröffentlichungsduelle geliefert, AMD hat immer noch ein Klötzchen Problem mit den Windowscodecs.


Ein kleinerer Erfolg (für mich) waren bessere Treiber für TV Karten und dass die meisten Kanäle im KabelBW Netz per DVBLink ins Mediacenter kommen. Intel hat sich mit den Clarkdale CPUs etabliert, NVidia hat das 3D nach Hause gebracht und ATI erlebt sein letztes Weihnachten unter eigenem Namen.


Digital Devices hat eine Kabellösung veröffentlich (mit einem Jahr Verspätung) und gleich dazu die Möglichkeit 8 Tuner an einem PCIe x1 anzuschließen. Tevii hat nach gut funktionierenden Eintunerkarten eine Low Profile Dual Tuner angekündigt, ich freue mich schon die erste in der Hand zu halten. Elgato hat einen Netzwerktuner für Satellit veröffentlicht, funktioniert einwandfrei aber kostet 200 Euro.


Der Atom ist ein wenig erwachsener geworden, kann dank Adobe Flash Player 10.1 nun auch YouTube, als HTPC taugt er trotzdem nur für Puristen.


Die SSD Technik wird salonfähig, die 60 GB Modell mit dem Sandforce 1200 Chip kosten derzeit um die 100 Euro, Tendenz fallend. Ich denke dass im nächsten Jahr viele unserer Lieblinge eine bekommen werden.


Aber was kommt auf uns zu? Der lange Streit zwischen NVidia und Intel scheint sich zu legen, Intel strebt einen finanziellen Ausgleich, ähnlich wie mit ATI, an. Ob wir jemals wieder eine onboard Geforce Grafik bekommen ist trotzdem recht unwahrscheinlich.


Nachdem wir uns daran gewöhnt haben immer dasselbe zu empfehlen wird’s ab Januar wieder spannend. Unser gewohnter Sockel 1156 wird eventuell von der Evolution geschluckt. Manche Händler haben den i3-530 jetzt schon nicht mehr im Programm und auf Nachfrage heißt es den gibt’s nie mehr. Intel hat die Nehelam Weiterentwicklung „Sandy Bridge“ lange angekündigt und wird Anfang Januar die ersten auf den Markt bringen.


Und alles wird anders.


Oder auch nicht, auf den ersten Blick fehlt nur ein Stift am Sockel. Dann aber doch, unsere gewohnten Chipsätze H55 und Q55 werden auch weg sein, die neuen heißen dann 61, 65 und 67, mit den gewohnten Buchstaben vornan (wenigstens das).


Was ändert sich noch? Es gibt neue Taktraten für den DDR3, diese Woche hat OCZ neue Riegel mit 2133 MHz veröffentlicht. Mal schauen was uns das bringt.
Die Fertigungsgröße bleibt bei 32 Nm, aber der Hammer kommt noch. Bei den Clarkdales ist die Grafik im Prozessor integriert, besser gesagt sie wohnen in einer WG. Was sie da machen ist ganz passabel, zu viel erwarten dürfen wir natürlich nicht, in einer WG geht es schließlich wild her und man behindert sich (schon morgens beim Zähneputzen mit einem Waschbecken). Wie können wir das verbessern? Die beiden müssen sich näher kommen, um ethisch korrekt zu bleiben heiraten die beiden (kommen auf eine perfekte gemeinsame Basis, in dem Fall DIE). Und schon können beide gleichzeitig Zähneputzen und alles geht schneller. Auf dem Papier.


Fachleute schätzen einen schnellere Grafik (20 30 %), ob wir das merken bleibt die Frage. Unsere hochaufgelösten Bilder kann Intel jetzt schon wiedergeben, für 3D wird es trotzdem nicht reichen. Von HDMI 1.4 habe ich mal noch nichts gelesen.
Wie kommt diese Neuerung bei den Herstellern an? Gut. Sehr gut sogar, allein Asus hat 15 Boards zur Einführung angekündigt, weitere wie eine ITX mit dem H67 sind schon angekündigt. Alle anderen Hersteller ziehen natürlich mit.


Kommen wir zu den CPUs an sich. Ich habe auf den Folien 18 Stück gezählt. Für die Medienwiedergabe haben wir die i3 Serie gelobt. Das werden wir wohl beibehalten.
Die kommenden i3s haben eine vierstellige Zahl hinten dran, 2100, 2100T und 2120. Das T steht für niederer getaktet. Während der 2100 einen Takt von 3,1 GHz (Grafik 850 MHz ohne und 1100 mit Turbo)hat ist das T-Modell bei 2,5 GHz (Grafik 650 ohne und 1100 mit Turbo). Dafür hat der „T“ ein TDP von nur 35 Watt, das normale Modell 65 Watt. Zum Vergleich der i3-540 mit 3,066 GHz (733 MHz Grafik), TDP 73 Watt. Hyperthreading können sie alle.
Der Unterschied von i3 zu i5 (mit Ausnahme des i5-2390T) sind 2 oder 4 Kerne und die Möglichkeit den CPU Takt, wenn’s nötig ist, zu erhöhen. Mal mehr und mal weniger.
Insgesamt wird es in Zukunft noch schwieriger die CPU am Namen zu erkennen. Jeder der das kann hat seinen Auftritt bei Wetten Dass wirklich verdient.


Manch einer freut sich jetzt bestimmt auf den Restverkauf des Sockels 1156 (wenn es wirklich stimmt das er ausläuft). Das ging mir beim Ende 775 auch so, die sind aber immer noch gleich teuer wie die aktuellen.


Auf der AMD Seite gibt es natürlich auch neue Dinge, allerdings habe ich diese in letzter Zeit nicht so genau verfolgt. Eigentlich gar nicht (Asche auf mein Haupt).


Ansonsten sollen noch verschiedene Netzwerktuner auf den Markt kommen, bei Samsung mauschelt es über einen 3d TV der keine Brille braucht, viele effiziente Netzteile werden auf unsern Markt kommen.
Es werden einige überteuerte Fernbedienungen präsentiert, LianLi macht noch merkwürdigere Formen an die Gehäuse und Antec bringt ein neues Standardgerät raus.


Es wird echt spannend, oder eben auch wieder nicht. Derzeit erleben wir mal in aller Ruhe die weihnachtlichen Teuerungen und anschließend das mehr oder weniger frohe Fest.

Vielen Dank an alle, die meinen geistigen Erguss gelesen haben, manche vielleicht sogar bis zum Schluss…
Ich habe die Informationen aus allen Internetseiten die ich finden konnte, es können sich durchaus Fehler eingeschlichen haben! Wer einen groben Schnitzer findet kann das ja posten, ich ändere das gerne ab.

Kommentare

  1. Benutzerbild von Angel
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    • permalink
    Schöne Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen.

    Ich kann Sandy Bridge aber gar nichts gutes abgewinnen, denn die Intel-Plattform ist meiner Meinung nach nur mit nVidia-Chipsatz oder externer Grafikkarte interessant – die Intel-Grafikchipsätze hatten schon immer eine grauenhafte Performance, und die ersten CPUs mit eingebauter GPU führen diese Tradition fort. Auch die Atom-Entwicklung finde ich aus diesem Grund sehr schlecht, und der extern angebundene ION2-Chipsatz ist doch eher eine Notlösung, da dadurch Platz, Energieverbrauch und Kosten steigen. Ob sich da in absehbarer Zeit mal etwas ändern wird, bezweifle ich. Intel hat ja schon mit dem Fiasko Larrabee demonstriert, dass es von Grafikleistung nicht viel Ahnung hat.

    Über AMD kann man im Desktop nachdenken, aber solange die nicht endlich die Energieprobleme in den Griff kriegen, finde ich sie für einen HTPC weiterhin uninteressant.

    In meinem HTPC arbeitet übrigens schon eine SSD, mit 40GB für 100€. Ich glaube die war von Kingston? Ich bin sehr zufrieden damit (leise, sehr schnell) und hätte auch gerne in meinem iMac eine ...