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alROD

Die ersten Schritte zur HTPC Planung

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von am 05.06.2012 um 07:32 (1853 Hits)
Wir Moderatoren haben uns ein paar Gedanken gemacht, wie wir einem "Frischling" den Einstieg in das komplexe Thema HTPC einführen könnten. Dieser Beitrag geht oft gestellten Fragen nach und behandelt die wichtigsten Bauteile.


Gehäuse

Wie ein HTPC auszusehen hat ist sehr umstritten, letztendlich sollte er in die heimische Umgebung passen. Ob er sich unscheinbar in das Hi-Fi-Rack einfügt oder dominant auf dem Sideboard thront, oder sogar als Maßanfertigung ein Schmuckstück im Wohnzimmer darstellt ist immer der eigene Geschmack.
Die HTPC-planung beginnt meiner Meinung nach mit dem Gehäuse. Das Umfeld gibt die Größe vor, und in welche Richtung die warme Abluft geleitet werden kann. In einem Hi-Fi-Rack ist meist zu den Seiten nicht viel Platz, Gehäuse, die einen geschlossenen Deckel haben und seitlich Luft ansaugen und abgeben können hier problematisch werden. Steht der HTPC frei auf einem Sideboard, Lowboard, Tisch oder sonst wo können nahezu alle Kühlarten genommen werden.
Besonders enthusiastische Bauer können auch passive Gehäuse nehmen. Die übrigen Bauteile werden immer leistungsfähiger und effizienter, die Probleme, die es noch 2009 und 2010 mit der Hitze Entwicklung gab, sind bald nicht mehr existent. Auch aktiv gekühlte Gehäuse sind aus einem Meter Entfernung meist lautlos.
Die Größe ist je nach Hersteller sehr unterschiedlich gehalten, µATX (ca. 24 x 24 cm) reicht vollkommen. Bei einer guten Planung bekommst du meistens auch alle benötigten Bauteile auf einem ITX Board (17 x 17 cm) unter. Blutige Anfänger sollten keine kleinen Gehäuse nehmen, da sie in der Experimentierphase oftmals Änderungen vornehmen und das dann meist nicht mehr möglich ist.

Netzteile

Bei jeder Empfehlung suche ich Teile zusammen die genug Leistung bringen aber wenig Leistung fordern. Leider gibt es (fast) keine Netzteilhersteller die auf diese Leistungsklasse reagieren. Eine PicoPSU gibt es nun schon mit 160 Watt (200 Watt Spitze), je nach der Anzahl der Festplatten halten diese eventuell nicht lange, da durch den Festplattenstart Stromspitzen auftreten können. Gute Anlaufstellen sind Seasonic, Cougar und beQuiet, die beide Geräte um die 300 Watt im Programm haben. Meistens reichen schon unter 100 Watt. Enermax ist ebenso beliebt, meist aber ein wenig teurer.

RAM

Bei einem 32Bit OS können 2 GB RAM schon reichen, allerdings verwende ich nur Onboard Grafikkarten, die sich schon 512 MB davon nehmen. Bei den heutigen RAM Preisen können locker 4 oder 8 GB verbaut werden, mehr ist aber auch sinnlos, solange keine RAMdisk oder virtuelle Maschine (was bei einem HTPC eigentlich nichts zu suchen hat) eingerichtet ist.

Festplatten

Grundsätzlich wird bei den Datenspeichern zwischen Festplatten (HDDs) und Solid-State-Disks (SSDs) unterschieden. SSDs sind komplett lautlos, verbrauchen nahezu keinen Strom, werden auch nicht warm und haben darüber hinaus einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil, sind jedoch aktuell im Verhältnis Preis pro Gigabyte erheblich teurer als HDDs. Gute Festplatten werden von Western Digital gebaut. Für HDDs gibt es zwei gängige Drehgeschwindigkeiten, 5400 (Samsung 5900) und 7200 Umdrehungen, welche beide eine Stromaufnahme von etwa 12 Watt besitzen. Bei einem HTPC gibt es nahezu keinen Grund die schnellere und dadurch auch lautere Variante zu nehmen. Eine „langsam“ drehende Festplatte kann auch schon locker gleichzeitig zwei und mehr HD Streams aufzeichnen. SSDs beschleunigen jedoch den System- und Programmstart so stark, dass dieser Geschwindigkeitsvorteil deutlich spürbar und somit lohnenswert ist. Eine saubere Windows 7 Installation benötigt inklusive Treiber etwa 20 GB Platz. Eigene Dateien, Timeshift, Videos, Musik und sonstiges hat auf einer SSD nichts zu suchen, also würde eine 60 GB SSD reichen. Die Kombination aus SSD mit installiertem Betriebssystem und einer HDD für die Speicherung von Musik, Videos und sonstigen Dingen ist aktuell die beste Lösung. Timeshift kann man dann in eine RAM-Disk (sofern man mind. 8GB verbaut hat) oder auf die HDD auslagern. Falls das Budget keiner ausfällt, reicht aber auch eine HDD mit 5400 Umdrehungen pro Minute, auf der sowohl das Betriebssystem als auch die Daten gespeichert werden.

Fernbedienungen

Bei einigen Gehäusen sind schon eine Fernbedienung und ein eingebauter passender Empfänger dabei, meist ist es ein IMon von Soundgraph. Das meiste funktioniert damit recht gut, doch hat dieses System auch seine Schwächen. Prinzipiell sollte die Fernbedienung zu dem Betriebssystem passen, ohne Treiber läuft nichts.
Es gibt zwei verschiedene Arten, Funk und Infrarot. Während Funk gut auch durch Wände funktionieren kann braucht IR zwingend direkten Blickkontakt. Ich habe von beiden Arten einige Modelle getestet und finde die Funktechnik für mich am geeignetsten. Für das Windows Mediacenter gibt es den X10 Treiber und ich kann bequem alles steuern. Allerdings haben die Fernbedienungen eine eher bescheidene Haptik. Die angenehmste Fernbedienung ist meiner Meinung die Logitech Harmony 300.
Hier im Forum findest du das YARD Projekt, per USB angeschlossen und auch mit Display zu bauen.

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