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alROD

AMD Bobcat, Revolution oder „es ist wenigstens gut gemeint“?

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von am 21.12.2010 um 02:17 (3133 Hits)
In meinem letzten Blogeintrag, der eine kleine
unvollständige Zusammenfassung des Jahres 2010 und ein kleiner Ausblick in
2011, besonders in Richtung Intel war, hatte ich noch keine Informationen was AMD
vorhat.

Angel hat mich in einem Kommentar auf den angekündigten
Bobcat aufmerksam gemacht, also habe ich mich eingelesen. Es gibt noch nicht
viele fundierte Informationen, Anfang 2011 soll er in den Verkauf kommen. Auf
der englischen Insel haben als erste
weltweit einige große IT Fachzeitschriften geschlossene Systeme zum Testen
bekommen, darauf beziehe ich mich.

Was kommt da überhaupt? Bobcat ist eine Prozessorart wie die
neuen Bulldozer oder Stars, alle gehören zu der Fusion Familie. Bobcat ist nur
der Name des CPU-Bauteils, die Einheiten, welche Anfang 2011 veröffentlicht
werden heißen dann Ontario und Zacate. Die Unterschiede werde ich weiter unten
behandeln. Angestrebtes Ziel ist es Intels Atom zu schlagen, sei es die
Leistung als auch der Verbrauch. Der Atom hat ja schon bewiesen, dass er ohne
die NVidia Grafik nahezu hilflos ist, bestenfalls Internet ohne Flashfilme ist
drin, oder einfache Büroanwendungen. Mit der ION-Unterstützung sieht das schon
ganz anders aus, mit Abstrichen in der Geschwindigkeit ist schon ein MedienPC
machbar, der weder vor HDTV noch BluRay inne hält.

AMD fängt von außen betrachtet gleich an, allerdings alles
mit hauseigenen Mitteln. Die Grafik wird eine HD 6310 (500 MHz) bei den Zacate
und eine 6250 (280 MHz) beim Ontario sein. Beide beherrschen DirectX 11. Die
beiden werden je in zwei Versionen verkauft. Der Ontario ist nicht nur in der
Grafik schwächer, sondern wird auch beim CPU Takt kleiner gebaut. Am Verbrauch
ist das dann aber auch positiv zu spüren.

Bisher schöne Details, aber wo kommt das Neue? Hier, ähnlich
den aktuellen Intel CPUs wird CPU und GPU auf einer Basis verbaut, was das
bringt haben wir doch schon mal irgendwo gelesen…

Kommen wir zu den einzelnen Details. Ontario als auch Zacate
werden als Ein- und Zwei Kerner produziert, sie können 64 Bit Betriebssysteme
verarbeiten und werden mit 40 Nm hergestellt.

Ontario gibt es als den C-30 (1,0 GHz) und den C-50 (1,2 GHz),
je mit 9 Watt TDP. Das Einsatzgebiet wird wohl auf Tablet PCs und Netbooks
beschränkt sein.

Zacate sind der E-240 (1,5 GHz) und der E-350 (1,6 GHz) mit
jeweils 18 Watt TDP. Neben Netbook werden wohl auch Subnotebooks und All-in-one
PCs bedient werden.

Das alles hört sich schon mal nicht übel an, im Vergleich zu
dem Atom sind wir schon mal mindestens gleichauf, die Grafik wird die Intel
Grafik um Längen schlagen, ION wird sich extra behaupten.

Eine kleine Träne muss ich aber schon mal vergießen, denn
der unterstützte DDR3 RAM ist nur im Single Channel Modus angebunden. Was ist
daran schlimm? Die HD 6310 ist vergleichbar mit der bekannten HD 5450, schon
mal gut. Diese hat aber eine größere Speicheranbindung als hier nun CPU und GPU. Also können wir doch nicht viel erwarten.

Nun kommt doch wieder etwas Gutes. Während der Atom alle
Prozesse der Reihe nach abarbeitet (eine in-order-Pipeline) arbeiten die die
Bobcat alles weg was grad passt (out-of-order-pipeline), in loser Reihenfolge.
Das machen nahezu alle aktuellen CPUs, braucht aber mehr Strom. Den Verbrauch
drosselt aber eine neue Technik, die der CPU immer nur so viel Freiraum gibt,
wie sie gerade braucht. So sind beim Ontario Lastverbräuche von einem Watt
möglich.

In einigen Berichten habe ich viele verschiedene Vergleiche
zu Leistung und Verbrauch gefunden. Ich versuche in den kommenden Absätzen
mittlere Erkenntnisse daraus zu ziehen.

AMD hatte ein geschlossenes System mit dem Zacate E-350 und
4 GB DDR3-1066 verschickt. Verschiedene Redaktionen habe dieses mit
verschiedenen „Gegnern“ verglichen.

Die CPU Leistung ist wie erwartet, der aktuelle Atom 510D
ist zwischen 10 und 30% langsamer, der i3-530 ist 80% stärker.

Grafik:
· ION 10% schwächer
· ION II nicht eindeutig, von 10% schwächer bis 30% stärker
· Intel 4500HDM 50% schwächer
· i3-530 30% schwächer
· i5-661 10% schwächer



Verbrauch:
· E-350 11 Watt IDLE, 31 Watt Last
· Turion II K625 + 880G 18 Watt IDLE, 39 Watt Last
· Atom 525 + Intel NM 10 25 Watt IDLE, 41 Watt Last
· Atom 230 + ION 21 Watt IDLE, 29 Watt Last
· Atom N270 + Intel 945 20 Watt IDLE, 22 Watt Last

Die Listen sind recht eindeutig, der Atom scheint
geschlagen, auch wenn leider niemand den 330 mit ION verglichen hat, der der
eigentliche Gegner ist. Die Atom kommen im Verbrauch zu ähnlichen Werten, aber
in der Leistung steht er hinten an. Herkömmliche CPUs können in gleiche Sphären
kommen, da muss aber massiv eingegriffen werden.



Mein Fazit schmerzt mich zum Teil. AMD hat seine Hausaufgaben
gemacht. Im unteren Segment passt der Bobcat ganz gut, Wunder darf niemand
erwarten. Für unseren Anspruch (HTPC) könnte er je nach Preis für kleinste
Systeme recht brauchbar sein, allerdings kostet wieder der Intel Clarkdale oder
Sandy Bridge nicht viel mehr (wenn Bobcat in der Preisregion des Atoms ist). Ob
nun Revolution bin ich mir nicht sicher, aber nach allem was ich gelesen habe
ist er viel besser als „wenigstens versucht“.



Wie immer gebe ich keine Garantie auf meine Angaben, ich
habe sie nach besten Wissen und Gewissen aus allen erreichbaren Internetseiten
die ich kenne gesammelt. Um einige zu nennen www.ht4u.net,
www.au-ja.de , www.3dcenter.org . Ich danke allen Redakteuren und Testern der
Welt! Jeder der grobe Schnitzer findet darf sie mir mitteilen, gerne verbessere
ich Fehler, es ist uns allen dabei geholfen.
Stichworte: amd, bobcat, ontario, zacate Stichworte bearbeiten
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Kommentare

  1. Benutzerbild von Angel
    • |
    • permalink
    Ich tendiere zu Revolution, denn das ist der erste erwähnenswerte CPU-GPU-Kombochip. Intel hat keine konkurrenzfähige Grafik und die integrierten GPUs auf deren Chips steigern nur die Kosten und verkomplizieren die Anbindung brauchbarer externer GPUs wie ION. AMDs neue Prozessoren bieten dagegen die echte Gelegenheit, kostengünstige, stromsparende und kleine Platinenlayouts zu entwickeln, die trotzdem ausreichende CPU- und GPU-Rechenleistung bieten. Vielleicht bekommen so ja sogar mal VIAs winzige Mainboard-Formate unter Mini-ITX (z.B. Nano-ITX, Pico-ITX) einen größeren Nutzen.

    AMD fängt jetzt mit Low-Cost-Prozessoren an und arbeitet sich dann nach oben hoch. Aber das ist schon okay, denn im Prinzip profitieren diese Chips ja auch am meisten davon. High-End-CPUs verbrauchen sowieso massig Energie und passen auch eher zu ebenso leistungsfähigen Grafikprozessoren.